Originalartikel vonNicolas Chartier 16. Sep. '21
Kaum fünf Jahre nach dem Start verwaltet das westflämische Unternehmen Equicty mit seiner CRM-Anwendung mehr als vierzigtausend Pferde in dreißig Ländern. Der traditionelle Pferdesektor scheint seine digitale Transformation endlich begonnen zu haben. Nun möchte Gründer und CEO Bram Balcaen anderen Start-ups dieselben Chancen bieten. „Ich bin überzeugt, dass man von jedem lernen kann, auch von neuen Start-ups.“
Weltweite Nummer eins
The fact that Belgium is at a lonely height in equestrian sport was once again apparent during the recent Olympic Games in Tokyo. No fewer than 25 of the 90 horses in Tokyo came from Belgian breeding farms, and 5 of the 9 horses on the podiums were born in our country. Belgian horses can therefore count on a lot of attention abroad. Top horses sell for huge sums. But not only the Belgian horses are successful abroad.
In nur fünf Jahren ist die belgische Software Equicty zur weltweiten Nummer eins bei CRM-Werkzeugen für den Pferdebereich geworden. „Heute verwalten wir vierzigtausend Pferde, zählen rund zehntausend aktive Reiter auf unseren Plattformen und sind in dreißig Ländern tätig“, sagt CEO Bram Balcaen mit einigem Stolz. „Unsere Kunden reichen von Sportställen, Handelsställen oder Betrieben mit zehn Pferden bis zu großen Pferdebetrieben mit tausend Pferden. Und unsere Reiter sind sowohl Olympia- und Weltmeister als auch Reiter in einem Reitzentrum.“
CRM für Pferdebesitzer
Equicty hilft dieser bunten Gruppe von Pferdeliebhabern, ihre Verwaltung zu vereinfachen, erklärt Balcaen. „Wir verbinden alle Beteiligten rund um einen Pferdebetrieb auf einer Plattform und bündeln anschließend sämtliche Daten .”
„Das reicht von Trainingsplänen und der Betreuung durch Tierarzt und Hufschmied bis hin zu Kostenmanagement, Rechnungsstellung, Medienverwaltung und mehr. Wir sammeln all diese Daten und informieren jeden darüber, was mit dem Pferd zu tun ist - vom Groom über den Tierarzt bis zum Reiter und Besitzer des Pferdes.“

Das Unternehmen aus Waregem bietet zwei verschiedene CRM-Plattformen an: „Zum einen das Stallmanagement, in dem das Pferd im Mittelpunkt steht. Und zum anderen eine Plattform für die Mitgliederverwaltung, die Reitzentren bei der Unterrichtsplanung, den Abokarten, der Online-Buchung von Reitstunden und der Platzverwaltung unterstützt.“Nach eigenen Angaben führen die CRM-Plattformen zu einer Zeitersparnis in der Verwaltung von nicht weniger als 75 %.
Digitalisierung
Balcaen und seine sechs Mitarbeiter scheinen einen ganzen Sektor im Alleingang zu digitalisieren. „Viele unserer Kunden arbeiteten vor unserem Erscheinen tatsächlich vor allem mit Zettel und Stift oder mit Whiteboards“, gibt er lachend zu. „Man kann durchaus sagen, dass wir die Pferdewelt zu einem großen Teil digitalisieren. Heute ersetzen wir das Whiteboard auch durch große Touchscreens, die wir selbst entwickelt haben und mit denen wir unsere Anwendung mitten in den Stall stellen.“
In this international sector where everyone is constantly on the move and office environments are rare, we ensure that all stakeholders can stay in touch with each other in a simple and accessible way
Bram Balcaen
Dennoch betont Balcaen, dass diese Digitalisierung bereits begonnen hatte und Equicty sie lediglich beschleunigt hat. „Heute sind viele junge Menschen in der Branche aktiv. Die Nutzung sozialer Medien war also schon im Aufwind, als wir starteten. Zudem ist der Pferdesektor eine internationale Welt par excellence. Wer Geschäfte machen will, braucht Sichtbarkeit im Netz. Und seit Beginn der COVID-Pandemie sind Online-Pferdeauktionen regelrecht hyperaktiv geworden. Die Digitalisierung wäre also ohnehin gekommen.“
“In this international sector where everyone is constantly on the move and office environments are rare, we especially ensure that all stakeholders can stay in touch with each other in a simple and accessible way. In this way, everyone is always informed,” Balcaen summarizes.

Ein fulminanter Start
Dass Equicty in nur fünf Jahren die Welt erobert hat, liegt auch an den richtigen Partnern zur richtigen Zeit, erklärt Balcaen. „So hatten wir zum Beispiel das Glück, für das Programm imec.istart ausgewählt zu werden (eine Initiative von imec, dem flämischen Forschungszentrum für Nanoelektronik und digitale Technologie, zur Beschleunigung von Unternehmen, Anm. d. Red.). Dieses Programm hat uns ein ordentliches Startkapital eingebracht, was in unserer frühen Entwicklungsphase natürlich sehr willkommen war.“
Laut Bram Balcaen war es allerdings nicht nur die erste Kapitalspritze, die Equicty einen Wachstumsschub verschaffte: „Vor allem das Netzwerk und die Qualität der Begleitung innerhalb von imec.istart erwiesen sich im Rückblick als enormer Mehrwert,“ sagt er. „So bekommt zum Beispiel jeder Gründer einen persönlichen Coach zugewiesen - einenVenture Acceleration Manager- dem man jederzeit und an jedem Wochentag alles fragen kann. Es fühlt sich wirklich so an, als gehöre so ein Coach - in meinem Fall Elise Decamps - zum eigenen Team. ”
Sich mit all diesen Gleichgesinnten austauschen zu können, die schon durch manches Wasser geschwommen sind und in denselben Sackgassen gelandet sind wie man selbst, ist als junges Start-up Gold wert
Bram Balcaen
The imec.istart network community already counts more than 240 tech start-ups. “Being able to exchange experiences with all those like-minded people who have already swam through many waters and who have ended up in the same streets as you, is worth gold as a fledgling start-up,” says Balcaen. “But we also attended many of the workshops that imec.istart offered us. We benefited a lot from sales and marketing at the time.”

Neue Erkenntnisse
Inzwischen ist Bram Balcaen seit zwei Jahren als Mentor bei imec.istart aktiv. Derzeit begleitet er Marple, eine neue Datenanalyseplattform für Ingenieure, die Test- und Messdaten findet, ordnet und visualisiert. „Indem ich meine Geschichte teile, kann ich Gründern bei den Fragen helfen, auf die ich selbst gestoßen bin, damit sie dasselbe auf ihrem unternehmerischen Weg nicht erleben müssen“, erläutert Balcaen seine Beweggründe.
Ich bin überzeugt, dass man von jedem lernen kann, auch von neuen Start-ups
Bram Balcaen
Wobei er das Mentoring selbst oft mindestens genauso spannend findet. „Ich bin überzeugt, dass man von jedem lernen kann, auch von neuen Start-ups. Ich teile also keineswegs nur meine eigenen Erfahrungen, sie liefern mir auch neue Erkenntnisse. Außerdem können wir weiterhin auf den Rat von imec zählen. Sie sitzen nach wie vor in unserem Advisory Board, und wir erhalten weiterhin Einladungen zu ihren Workshops und Veranstaltungen.“
Ein Blick in die Zukunft
Gestützt auf dieses weitreichende Netzwerk hat Balcaen bereits die nächsten Hürden im Blick. „Wir wollen Equicty weiterentwickeln.Geografisch wollen wir uns nun auf noch zu erobernde Gebiete konzentrieren, auch wenn ich hier noch nicht verrate, welche,“ sagt der Unternehmer mit einem wissenden Lächeln.
“In addition, we will soon also be offering new features, and we want to focus on new disciplines in equestrian sport that are not yet covered within Equicty.”
